Häufige Fragen

Häufige Fragen zu IT-Vergaben

Antworten auf häufige Fragen zu unseren Produkten und zu den Grundlagen von IT-Vergaben.

Stand: 29.10.2026


Muster-Leistungsverzeichnisse

Ein Muster-LV (Muster-Leistungsverzeichnis) ist eine LV-Vorlage für eine bestimmte IT-Beschaffungsart. Sie starten nicht bei null, sondern passen eine strukturierte Vorlage an Ihren Bedarf an.

Die Vorlagen von IT-LV enthalten strukturierte Leistungspositionen mit technischen Mindestanforderungen und messbaren technischen Bewertungsmerkmalen. Die vergaberechtliche Einbindung, also Eignungs- und Zuschlagskriterien samt Gewichtung, legt Ihre Vergabestelle fest.

Vorlagen gibt es unter anderem für EDR (Endpoint Detection & Response), SIEM, SOC (Security Operations Center), NDR (Network Detection & Response), NGFW (Next Generation Firewall), MFA, IAM (Identity & Access Management), PAM (Privileged Access Management), ISMS, SAP S/4HANA, Rechenzentrum und Klinik-IT. Das Portfolio wird laufend erweitert.

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Jedes Muster-LV umfasst:

  • Leistungspositionen: technische Mindestanforderungen für die jeweilige Beschaffungsart
  • A-Kriterien: technische Mindestanforderungen als Vorlage, eindeutig formuliert
  • B-Kriterien: messbare technische Bewertungsmerkmale als Vorlage
  • Nachweise und Anpassungshinweise: welche Angaben Sie an Ihr Vorhaben anpassen

Eignungs- und Zuschlagskriterien sowie deren Gewichtung legt Ihre Vergabestelle fest. Die Vorlagen werden als Excel-Datei mit PDF geliefert und sind bearbeitbar.

Ein Muster-LV ist eine technische Vorlage für Ihre Leistungsbeschreibung. Anzupassen sind in der Regel das konkrete Mengengerüst (Anzahl Endgeräte, Nutzer, Standorte) und spezifische Integrations- oder Schnittstellenanforderungen Ihrer bestehenden IT-Landschaft.

Leistungspositionen und technische Mindestanforderungen dienen als Ausgangspunkt. Die vergaberechtliche Einbindung, also Verfahrensart, Eignungs- und Zuschlagskriterien samt Gewichtung, legt Ihre Vergabestelle fest.

Vergabe-Archiv

Das Vergabe-Archiv ist eine Datenbank mit über 100.000 Vergabeunterlagen aus aktuellen und vergangenen öffentlichen Vergabeverfahren ab Vergabejahr 2020. Enthalten sind unter anderem Leistungsverzeichnisse, Leistungsbeschreibungen, Preisblätter und Bewertungsmatrizen aus öffentlichen Vergabeplattformen.

Der Zugang erfolgt über ein monatliches Abonnement ab 135 EUR zzgl. MwSt. Die Unterlagen sind direkt durchsuchbar nach Thema, Jahr und Auftraggeber.

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Das Archiv enthält Vergabeunterlagen aus öffentlichen Ausschreibungen: Leistungsverzeichnisse, Leistungsbeschreibungen, Preisblätter, Bewertungsmatrizen und weitere Unterlagen. Die Unterlagen stammen aus öffentlichen Vergabeplattformen und sind direkt durchsuchbar nach Thema, Jahr und Auftraggeber.

Wer verstehen will, wie andere Stellen eine vergleichbare Beschaffung formuliert haben, findet hier vergleichbare Unterlagen.

Das Archiv richtet sich an zwei Zielgruppen: Auftraggeber, die reale Vergleichsunterlagen für eine laufende Ausschreibung suchen, und Bieter oder Berater, die typische Anforderungsprofile und Vergabepraktiken analysieren wollen.

Wer ein Angebot schreiben muss, sieht im Archiv, wie vergleichbare Auftraggeber ihre Anforderungen bisher formuliert haben. Wer ausschreibt, sieht, wie andere Stellen vergleichbare Leistungen beschrieben haben.

Vergaberechtliche Grundlagen

Maßgeblich ist der geschätzte Auftragswert ohne Umsatzsteuer (§ 106 GWB, § 3 VgV). Für Liefer- und Dienstleistungen gilt seit 01.01.2026 (Delegierte Verordnung (EU) 2025/2152):

EU-weites Vergabeverfahren (GWB, VgV)ab 216.000 Euro netto; Bundeskanzleramt und Bundesministerien ab 140.000 Euro netto
Nationales Vergabeverfahren (UVgO bzw. Landesrecht)unterhalb der EU-Schwellenwerte
Direktauftrag ohne VergabeverfahrenBund: bis 50.000 Euro netto (§ 55 Abs. 2 BHO); Länder und Kommunen: eigene Wertgrenzen

Ein typischer Fehler: Auftraggeber unterschätzen den Gesamtauftragswert, indem sie Wartung, Updates und Schulungen herausrechnen. Maßgeblich ist der voraussichtliche Gesamtwert der vorgesehenen Leistung einschließlich Optionen und Vertragsverlängerungen (§ 3 Abs. 1 VgV). Gehören Wartung, Updates und Schulungen zur Leistung, zählen sie mit.

Die VgV gilt für EU-weite Vergaben ab den EU-Schwellenwerten (Liefer- und Dienstleistungen: 216.000 Euro netto). Sie ist strenger, hat längere Mindestfristen und verlangt eine Bekanntmachung im Amtsblatt der EU über TED. Die UVgO regelt den nationalen Unterschwellenbereich und ist flexibler, folgt aber denselben Grundprinzipien: Wettbewerb, Transparenz, Gleichbehandlung.

Wichtig: Die UVgO gilt nicht aus sich heraus. Für den Bund setzen sie die Verwaltungsvorschriften zu § 55 BHO in Kraft, für Länder und Kommunen das jeweilige Landesrecht, teils mit eigenen Wertgrenzen und Abweichungen. Maßgeblich ist die Vorschrift Ihres Landes bzw. Ihrer Kommune.

Der CPV-Katalog umfasst über 9.000 Einträge und ist nicht intuitiv aufgebaut. So landen etwa Ausschreibungen für Cybersicherheits-Software unter den Codes für allgemeine Bürosoftware oder IT-Dienstleistungen unter Hardware-Codes, meist aus Unkenntnis des Katalogs.

Die Folge: Spezialisierte Bieter finden die Ausschreibung schlechter, der Wettbewerb wird kleiner. Die CPV-Suche von IT-LV findet zu einem beschreibenden Begriff passende Codes, ohne dass man sich durch den gesamten Katalog arbeiten muss.

Zur CPV-Code Suche →

Typische Fehler sind:

  • Produktneutralität fehlt: Markenbezeichnungen ohne den Zusatz „oder gleichwertig“; Verweise auf Marken sind nur ausnahmsweise zulässig (§ 31 Abs. 6 VgV).
  • Falsche CPV-Codes: Sie verringern die Sichtbarkeit und damit den Wettbewerb.
  • Eignungskriterien unverhältnismäßig: ISO-27001-Pflicht und Mindestumsatz von 5 Mio. EUR für einen 30.000-EUR-Auftrag schließen qualifizierte KMU aus. Eignungskriterien müssen zum Auftragsgegenstand und Auftragswert in einem angemessenen Verhältnis stehen (§ 122 Abs. 4 GWB).
  • Wartung und Support vergessen: Nach Zuschlag wird klar, dass kein Wartungsvertrag ausgeschrieben wurde, Nachtragsverhandlungen folgen.
  • Fristen ohne Blick auf die Komplexität: Bei der Festlegung der Angebotsfrist sind die Komplexität der Leistung und die Zeit für die Ausarbeitung der Angebote angemessen zu berücksichtigen (§ 20 Abs. 1 VgV). Die Mindestfristen sind Untergrenzen.

Im offenen Verfahren nach VgV beträgt die Angebotsfrist mindestens 35 Tage ab dem Tag nach der Absendung der Auftragsbekanntmachung (§ 15 Abs. 2 VgV). Akzeptiert der Auftraggeber die elektronische Übermittlung der Angebote, kann er sie um fünf Tage verkürzen (§ 15 Abs. 4 VgV). Hinzu kommen die Vorbereitung der Unterlagen, Bieterfragen, Prüfung und Wertung der Angebote sowie die Wartefrist von 15 Kalendertagen bzw. 10 Kalendertagen bei elektronischer Information nach der Information der Bieter (§ 134 Abs. 2 GWB). Eine feste Gesamtdauer gibt es nicht. Die UVgO nennt keine festen Mindestfristen; die Fristen müssen angemessen sein (§ 13 Abs. 1 UVgO).

Typische Zeitfresser: interne Freigabeprozesse, die den Starttermin verzögern; Bieteranfragen, die unklar formulierte LV-Passagen aufdecken und Antwortaufwand verursachen; sowie unterschätzte Prüfzeiten bei technisch komplexen Angeboten. Ein sorgfältig vorbereitetes LV spart später Zeit.

KI-Generator für LV und LB

Der KI-Generator erstellt aus wenigen Angaben zu Ihrem Vorhaben einen strukturierten Entwurf für ein Leistungsverzeichnis oder eine Leistungsbeschreibung. Er greift dabei auf Strukturen realer Vergabeunterlagen zurück. Rechtliche Festlegungen bleiben als Platzhalter für Ihre Vergabestelle offen. Das Ergebnis ist ein Arbeitsstand, den Ihre Vergabestelle prüft und anpasst. Sie starten also nicht bei null, behalten aber die volle Kontrolle. Zum LV-Generator.

Ja, den Einstieg gibt es kostenlos: Sie erhalten Ihren LV-Entwurf als PDF mit Vorschau-Wasserzeichen. Die Vollversion ohne Wasserzeichen und mit bearbeitbaren Formaten ist kostenpflichtig. So können Sie das Ergebnis erst prüfen, bevor Sie sich entscheiden.

Ihre Vergabestelle. Die KI liefert einen technischen Entwurf auf Basis realer Vergabeunterlagen und typischer Strukturen, etwa herstellerneutraler Formulierungen. Rechtliche Festlegungen bleiben als Platzhalter offen. Prüfung, Anpassung und Freigabe liegen bei Ihrer Vergabestelle.

Grundlage sind die Strukturen und Formulierungen aus unserem Bestand realer, öffentlich zugänglicher Vergabeunterlagen sowie unsere Muster-Leistungsverzeichnisse. Ihre Eingaben werden nur zur Erstellung Ihres Entwurfs verwendet.

KI-Ausschreibungs-Check

Der Check sieht Ihre Ausschreibungsunterlagen technisch durch und zeigt fehlende, unklare oder widersprüchliche Angaben, etwa offene Mengen oder Widersprüche zwischen LV, Preisblatt und Anlagen. Zu jedem Befund erhalten Sie die Fundstelle mit wörtlichem Zitat und einen unverbindlichen technischen Formulierungsvorschlag. Eine rechtliche Prüfung nimmt der Check nicht vor. Zum KI-Ausschreibungs-Check.

Sie können Ihre Vergabeunterlagen als PDF oder Office-Dokument hochladen, auch mehrere Dateien oder ein ZIP-Archiv. Die Dateien werden nur für die Analyse verarbeitet; eine Nutzung zum Training von KI-Modellen findet nicht statt. Details regelt unsere Datenschutzerklärung.

Nein. Der Check ist eine automatisierte technische Arbeitshilfe, keine Rechtsberatung und keine rechtliche Prüfung. Die rechtliche Prüfung und die Freigabe der Vergabeunterlagen liegen bei Ihrer Vergabestelle. Der Check hilft, technische Unklarheiten früh zu erkennen.

Markterkundung und Anbieterlandschaft

Mit der Markterkundung verschaffen Sie sich vor einer Beschaffung einen strukturierten Überblick über den Anbietermarkt: Wer bietet die gesuchte Leistung an, welche Lösungsansätze gibt es, was ist am Markt üblich. Das Ergebnis kann in Ihre Leistungsbeschreibung einfließen. Zur Markterkundung.

Ja. § 28 Abs. 1 VgV erlaubt Markterkundungen vor der Einleitung eines Vergabeverfahrens, etwa zur Vorbereitung der Auftragsvergabe. Unzulässig ist es, ein Vergabeverfahren nur zur Markterkundung oder zur Kosten- oder Preisermittlung durchzuführen (§ 28 Abs. 2 VgV). Wichtig bleibt die Gleichbehandlung: Waren Unternehmen an der Vorbereitung beteiligt, muss der Auftraggeber sicherstellen, dass der Wettbewerb dadurch nicht verzerrt wird (§ 7 VgV).

IT-Anbieter und Dienstleister können ihr Profil kostenlos beanspruchen und die Basisdaten pflegen. Mit einem Premium-Profil kommen Logo, Banner, Backlink, Ansprechpartner und eigene Ressourcen dazu und Sie pflegen alle Inhalte selbst. Nach kurzer Prüfung schalten wir den Eintrag frei. Zur Anbieter-Mitgliedschaft.

Die aktuellen Konditionen finden Sie auf der Seite zur Anbieter-Mitgliedschaft. Der kostenlose Basiseintrag bleibt dauerhaft kostenlos.

Produkte und Neutralität

Muster-Leistungsverzeichnisse, das Vergabe-Archiv, die IT-Markterkundung sowie KI-Werkzeuge für Leistungsbeschreibung und Leistungsverzeichnis, für die technische Durchsicht von Unterlagen und für den technischen Angebotsvergleich. Verfahrenswahl, Fristen und Wertungsentscheidung liegen bei Ihrer Vergabestelle.

Ja, den KI-Angebotsvergleich. Er stellt die Angebote je technischer Anforderung gegenüber und ergänzt normierte Gesamtkosten. Eine Rangfolge oder Empfehlung bildet er nicht. Die formale und rechtliche Prüfung, die Wertung und die Entscheidung liegen bei Ihrer Vergabestelle. Zum KI-Angebotsvergleich.

Ja. Wir schließen keine Exklusivverträge mit IT-Anbietern und erhalten keine Provisionen. Die Anbieterlandschaft ist ein offenes Verzeichnis; Einträge dort, auch Premium-Profile, sind keine Empfehlung durch uns.

Nein. IT-Leistungsverzeichnisse.DE stellt Muster-Leistungsverzeichnisse, das Vergabe-Archiv und Software für die Vorbereitung von IT-Beschaffungen bereit. Rechtliche Fragen beantworten wir nicht.

Verfahrenswahl, Fristen und Wertungsentscheidung, die rechtliche Freigabe der Vergabeunterlagen und die Vertretung in einem Nachprüfungsverfahren liegen bei Ihrer Vergabestelle oder bei einer Vergabekanzlei, die Sie selbst beauftragen.

Die vergaberechtliche Prüfung im Einzelfall liegt bei Ihrer Vergabestelle. Technische Vorlagen finden Sie in unseren Muster-Leistungsverzeichnissen. Für die rechtliche Seite vermitteln wir Ihnen gern den Kontakt zu einer Vergabekanzlei, etwa zu Rechtsanwalt Dr. Tobias Beltle (www.btl-recht.de). Das Mandat schließen Sie direkt mit der Kanzlei, die auch direkt mit Ihnen abrechnet. Die Wahl Ihres Anwalts bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen.

Demo-Zugang und Tarife

Sie stellen die Anfrage über unser Formular, bestätigen Ihre E-Mail-Adresse und erhalten nach kurzer Prüfung Ihre Zugangsdaten. Der Demo-Zugang läuft mindestens 14 Tage und ist kostenlos. Demo-Zugang anfragen.

Die vollständige Suche über alle archivierten Ausschreibungen, 10 KI-Zusammenfassungen von Vergabeunterlagen und 10 Downloads. Damit können Sie das Archiv im Alltag realistisch testen.

Nach der Demo wählen Sie zwischen unseren regulären Tarifen für dauerhaften Zugang. Die aktuelle Preisübersicht finden Sie auf der Produktseite des Vergabe-Archivs.

Der Zugang gilt für die bestellende Organisation und die Mitarbeitenden, die unmittelbar an dem jeweiligen Beschaffungsvorhaben arbeiten. Eine Weitergabe an andere Organisationseinheiten oder Dritte ist nicht gestattet. Details regeln unsere AGB.

Die Antworten auf dieser Seite sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Für verbindliche vergaberechtliche Fragen wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Vergaberecht.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: „Vergabeverordnung (VgV)“, gesetze-im-internet.de.
  2. Bundeskartellamt: „Vergaberecht“, bundeskartellamt.de.
  3. BSI: „Mindeststandards“, bsi.bund.de.
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Ruben Zimmer
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