


Ein Campusmanagementsystem trägt den gesamten Lebenszyklus eines Studiums: Bewerbung, Zulassung, Immatrikulation, Veranstaltungs- und Prüfungsanmeldung, Notenverbuchung, Zeugnis und Exmatrikulation. Es ist das rechtlich empfindlichste System einer Hochschule, weil aus seinen Daten Bescheide werden.
Im Vergabe-Archiv zählen wir 21 Verfahren in den 24 Monaten bis September 2026, davon 13 eigenständige Vergaben. Ausgeschrieben haben unter anderem die Goethe-Universität Frankfurt (Unterstützung bei Einführung und Implementierung eines Campusmanagementsystems), die Hochschule Niederrhein (Full-Service) und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg für die Einführung eines Prüfungsmoduls.
Auffällig ist, dass ein großer Teil dieser Verfahren nicht die Software selbst, sondern die Einführungsunterstützung beschafft. Unser Leistungsverzeichnis deckt beides ab und trennt es sauber, damit Sie Software, Einführung und Betrieb einzeln vergleichen können.
Wir trennen sechs Bausteine, die einzeln bepreist werden: Bewerbung und Zulassung, Studierendenverwaltung, Prüfungsverwaltung, Veranstaltungs- und Raumplanung, Gebühren- und Beitragsverwaltung sowie Auswertung und Berichtswesen. Jeder Baustein hat eigene Muss- und Kann-Anforderungen und eine eigene Einführungsstufe.
Diese Trennung ist bewusst gewählt, weil Hochschulen selten alles gleichzeitig ablösen. Wer die Prüfungsverwaltung zuerst umstellt, braucht ein Dokument, das genau diesen Ausschnitt ausschreibbar macht, ohne die spätere Erweiterung zu verbauen. Optionen für die Folgestufen sind mit Preisbindung enthalten.
Die Prüfungsverwaltung muss Prüfungsordnungen in ihren jeweiligen Fassungen abbilden können, einschließlich Übergangsregelungen für Studierende älterer Jahrgänge. Wir fordern versionierte Ordnungen, nachvollziehbare Notenberechnung, Wiederholungsregeln, Fristenüberwachung und die Abbildung von Nachteilsausgleichen.
Da aus diesen Daten Verwaltungsakte entstehen, verlangen wir revisionssichere Protokollierung jeder Änderung an Prüfungsergebnissen, ein Vier-Augen-Prinzip bei nachträglichen Korrekturen, rechtssichere Bescheiddokumente sowie die Unterstützung des Widerspruchsverfahrens. Genau hier scheitern Systeme, die aus der Privatwirtschaft übernommen wurden.
Die Anbindung an das bundesweite Zulassungsverfahren ist für viele Studiengänge Pflicht und wird als benannte Schnittstelle ausgeschrieben[1]. Dazu kommen Identitätsmanagement und Verzeichnisdienst, Bibliothekssystem, Finanz- und Kassenverfahren, Lernplattform sowie die Ausgabe des Studierendenausweises einschließlich Semesterticket.
Hochschulen unterliegen umfangreichen statistischen Meldepflichten[2]. Das Leistungsverzeichnis fordert daher die vollständige, plausibilitätsgeprüfte Erzeugung der Meldedatensätze aus dem laufenden Betrieb heraus, statt sie jedes Semester manuell zusammenzustellen. Für den Identitätsteil passt unser Muster-LV zu Identity und Access Management.
Studierende, Lehrende und Verwaltung arbeiten in unterschiedlichen Sichten desselben Systems. Wir schreiben Self-Service-Funktionen aus: Anmeldung zu Veranstaltungen und Prüfungen, Notenspiegel, Bescheinigungen zum Selbstausdruck, Rückmeldung und Adressänderung, jeweils mobil nutzbar ohne eigene App-Pflicht.
Die Portale unterliegen den Anforderungen an barrierefreie Informationstechnik[3], was wir mit Prüfnachweis und Erklärung zur Barrierefreiheit fordern. Mehrsprachigkeit ist für internationale Studiengänge Pflichtanforderung, mindestens Deutsch und Englisch in allen studentischen Sichten.
Die Migration umfasst Studierendenstammdaten, Prüfungshistorie über viele Jahrgänge, Studiengangs- und Modulstrukturen sowie offene Verfahren. Wir fordern einen Migrationsplan mit Testmigrationen, ein Verifikationskonzept und einen Umstellungszeitpunkt, der zum Semesterrhythmus passt, weil eine Umstellung mitten in der Prüfungsphase nicht möglich ist.
Das Preisblatt trennt Lizenz oder Miete, Einführung je Baustein als Festpreis, Migration, Schulung nach Zielgruppe sowie Pflege und Support. Betriebsvarianten sind Eigenbetrieb, Betrieb im Hochschulrechenzentrum und Betrieb beim Anbieter. Die Leistungsbeschreibung bleibt produktneutral[4], auch wenn der Markt in Deutschland überschaubar ist.
Quellen
| Format | Microsoft Excel (.xlsx) + PDF |
| Umfang | mehr als 100 Leistungspositionen |
| Sprache | Deutsch |
| Vergaberecht | GWB, VgV, UVgO konform |
| Rechtsrahmen | HStatG, Landeshochschulgesetze, BITV 2.0, DSGVO |
| Stand | 2026 (regelmäßige Revision) |
| Lieferung | Lieferung in 5 Werktagen |
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