


SAP S/4HANA ist das zentrale ERP-System für Finanzen, Logistik und Personalwesen in der öffentlichen Verwaltung. Die Einführung oder Migration auf S/4HANA ist eines der komplexesten IT-Vorhaben, die Behörden und kommunale Einrichtungen ausschreiben – und zugleich eines der häufigsten.
Unser Muster-LV für SAP S/4HANA wurde aus realen Vergabeverfahren im öffentlichen Sektor entwickelt und deckt alle wesentlichen Leistungsbereiche einer SAP-Ausschreibung ab: von der technischen Infrastruktur und Datenmigration über Customizing und Modulabdeckung bis hin zu Schulung, Go-Live und SLA-Regelungen.
Die technische Basis einer SAP S/4HANA-Implementierung wird in öffentlichen Ausschreibungen häufig zu vage beschrieben – mit der Folge, dass Angebote nicht vergleichbar sind und spätere Nachforderungen entstehen. Unser Abschnitt A fordert daher präzise Hardware-Sizing-Nachweise auf Basis des SAP Quick Sizer sowie eine klare Festlegung, ob die Lösung On-Premise, als RISE with SAP (Cloud) oder als Private Cloud betrieben werden soll. Die Systemlandschaft mit Entwicklungs-, Qualitätssicherungs- und Produktivsystem (DEV/QAS/PRD) sowie die HANA-Datenbankdimensionierung sind verbindlich zu spezifizieren. Systeme auf Basis von IBM Power und x86-Architekturen von Dell Technologies oder HPE decken hier den Markt ab, während SAP SE mit RISE with SAP eine vollständig verwaltete Cloud-Option anbietet.
Hochverfügbarkeitsanforderungen für Behörden mit 24/7-Betrieb, Disaster-Recovery-Konzepte mit definierten RPO/RTO-Werten sowie Datenschutzanforderungen nach DSGVO bezüglich des Speicherorts (Deutschland/EU) sind in unserem Leistungsverzeichnis als verbindliche Anforderungen verankert, weil diese in realen Vergaben regelmäßig zu Rückfragen und Nachverhandlungen führen, wenn sie fehlen.
Die Wahl des Migrationspfads – Brownfield (technische Konvertierung), Greenfield (Neuaufbau) oder Selective Data Transition (selektive Datenmigration) – ist eine der folgenreichsten Entscheidungen in SAP-Projekten und muss daher bereits in der Ausschreibung klar adressiert werden. Unser Abschnitt B fordert vom Bieter eine begründete Empfehlung des Migrationspfads sowie ein detailliertes Datenmigrations-Konzept auf Basis des SAP-eigenen Tools LTMC/LTMOM. Datenqualitätsanforderungen vor der Migration, ein verbindlicher Cutover-Plan mit Freeze-Perioden und Fallback-Szenarien sowie ein Testkonzept für die Datenmigration sind Pflichtbestandteile.
Spezialisierte Migrationsdienstleister wie Natuvion, SNP Transformation Backbone und msg group sind in öffentlichen SAP-Vergaben regelmäßig vertreten. Wer sich einen Überblick über reale SAP-Ausschreibungen im öffentlichen Sektor verschaffen möchte, findet entsprechende Referenzunterlagen im Vergabe-Archiv.
SAP S/4HANA deckt mit seinen Modulen nahezu alle Geschäftsprozesse einer Behörde ab – von Finanzwesen (FI/CO) und Materialwirtschaft (MM) über Vertrieb (SD) und Personalwirtschaft (HCM/SuccessFactors) bis hin zu Projektsystem (PS) und Immobilienverwaltung (RE-FX). Unser Abschnitt C fordert für jedes ausgeschriebene Modul eine vollständige Prozessliste im SAP Activate Format sowie ein Berechtigungskonzept nach Least-Privilege-Prinzip. Die DSGVO-konforme Mandantentrennung bei Multi-Mandanten-Szenarien und die Anforderungen an die SAP Fiori-Benutzeroberfläche sind explizit verankert, weil diese in der Vergabepraxis häufig als selbstverständlich vorausgesetzt, aber nicht ausreichend spezifiziert werden.
Customizing-Tiefen müssen klar abgegrenzt werden: Welche Prozesse werden im SAP-Standard abgebildet, welche erfordern Eigenentwicklungen (ABAP/BTP)? Eigenentwicklungen müssen einer Qualitätssicherung nach dem ABAP Clean Code-Prinzip und einer vollständigen Dokumentation unterzogen werden. Die Übergabe von Eigenentwicklungen in Quellcode ist für Behörden als Auftraggeber verbindlich zu fordern, um Herstellerabhängigkeiten zu vermeiden.
Öffentliche Verwaltungen betreiben neben SAP typischerweise eine Vielzahl von Fachverfahren und Quersystemen, die angebunden werden müssen. Unser Abschnitt D adressiert die technischen Integrationsanforderungen: RFC/BAPI und IDoc-basierte Schnittstellen zu Legacy-Systemen, REST-APIs für moderne Anwendungen sowie die SAP Integration Suite auf der SAP Business Technology Platform (BTP) als strategische Middleware.
Für deutsche Behörden besonders relevant sind die Anbindungen an steuerrechtliche Meldepflichten: XRechnung und ZUGFeRD für die E-Rechnung gemäß EU-Richtlinie 2014/55/EU, ELSTER für die Steuerkommunikation sowie das KONSENS-Verfahren für kommunale Doppik-Buchhaltung. Diese Anforderungen sind in unserem Leistungsverzeichnis als Pflichtschnittstellen definiert, da sie regulatorische Vorgaben darstellen und nicht optional verhandelbar sind.
Der Go-Live eines SAP S/4HANA-Systems ist der kritischste Meilenstein des gesamten Projekts. Unser Abschnitt E verankert verbindliche Anforderungen an Key-User-Trainings mit definierten Teilnehmerzahlen und Schulungsnachweisen, eine mindestens dreimonatige Hypercare-Phase mit erhöhter Reaktionszeit sowie klare SLA-Definitionen: Reaktionszeit je Prioritätsstufe (P1 innerhalb 1h, P2 innerhalb 4h, P3 innerhalb einem Werktag), Lösungszeiten und Eskalationspfade. Der Wartungsvertrag muss Systemupdates (Enhancement Packages) sowie die Versorgung mit SAP-Sicherheitspatches einschließen.
Erfahrene SAP-Implementierungspartner im öffentlichen Sektor wie T-Systems, Atos/Eviden, DXC Technology und spezialisierte Kommunalberater bieten langjährige Referenzen in Behördenprojekten. Die Anforderung an mindestens drei vergleichbare Referenzprojekte mit Behörden oder öffentlichrechtlichen Einrichtungen ist in unserem Leistungsverzeichnis als Eignungskriterium verankert.
Quellen
| Format | Microsoft Excel (.xlsx) |
| Umfang | mehr als 60 Leistungspositionen |
| Sprache | Deutsch |
| Vergaberecht | GWB, VgV, UVgO konform |
| Normen | SAP Activate, BSI IT-Grundschutz, DSGVO |
| Stand | 2026 (regelmäßige Revision) |
| Lieferung | Innerhalb von 5 Werktagen nach Zahlung |
| Nutzungsrecht | Einfach, für eigene Organisation |
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