Cyber-Security · Umsetzung

MFA-Einführung

Multi-Faktor-Authentisierung ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Kontoübernahmen, wenn sie richtig eingeführt wird. Wir bringen MFA in die Fläche: mit einer Faktor-Strategie, die Phishing wirklich stoppt, einer kuratierten Anbieterauswahl und einem Rollout, den Ihre Beschäftigten mittragen.

Zur MFA-Marktlage haben wir eine eigene Marktstudie publiziert und MFA-Ausschreibungen fachlich geleitet. Teil unseres Cyber-Security-Portfolios.

Nr. 10
MFA ist eigener Maßnahmenbereich nach §30 BSIG
SMS ≠ sicher
SMS-Codes gelten nicht mehr als phishing-resistent
Marktstudie
eigene MFA-Marktanalyse als Auswahl-Fundament
MFA-Projekt anfragen →

Warum „irgendeine MFA" nicht mehr reicht

Der regulatorische Druck ist eindeutig: NIS2 führt Multi-Faktor-Authentisierung als eigenen Maßnahmenbereich, BSI IT-Grundschutz und DORA zeigen in dieselbe Richtung, und Cyber-Versicherer machen MFA längst zur Deckungsvoraussetzung. Wer heute ohne zweiten Faktor arbeitet, hat ein Compliance- und ein Versicherungsproblem zugleich.

Gleichzeitig haben die Angreifer nachgezogen: Adversary-in-the-Middle-Phishing und Token-Diebstahl hebeln SMS-Codes und einfache App-Bestätigungen aus. Behörden wie das bayerische LSI empfehlen deshalb hardwarebasierte, phishing-resistente Verfahren mit PKI-Zertifikat oder FIDO2, und die US-Behörde CISA stuft SMS-MFA ausdrücklich als nicht phishing-resistent ein.

Die gute Nachricht: Mit Passkeys und FIDO2 ist die sicherste Variante inzwischen auch die komfortabelste, kein Code, kein Warten, nur Fingerabdruck oder Gesicht. Richtig eingeführt steigt die Sicherheit und die Beschwerdequote sinkt.

Die Faktor-Frage: was schützt wie gut

Nicht jede MFA ist gleich. Unsere Faktor-Strategie ordnet die Verfahren je Nutzergruppe und Risiko zu.

FIDO2-Hardware-Token
Phishing-resistent durch Bindung an die echte Domain. Erste Wahl für Administratoren, kritische Rollen und Hochsicherheitsbereiche.
Passkeys (FIDO2 gerätegebunden/synchronisiert)
Phishing-resistent und komfortabel: Standard-Empfehlung für die breite Belegschaft, wo die Gerätelandschaft es erlaubt.
PKI / Smartcards
Etabliert in Behörden und Hochsicherheitsumgebungen; stark, aber mit höherem Verwaltungsaufwand.
App-Push mit Number Matching
Solide Basis-Stufe gegen einfache Angriffe, aber anfällig für Echtzeit-Phishing: Übergangslösung, nicht Endzustand.
TOTP-Codes (Authenticator-Apps)
Besser als nichts, aber phishbar: Angreifer fragen den Code einfach mit ab. Nur noch für unkritische Randfälle.
SMS-Codes
Von CISA als nicht phishing-resistent eingestuft, zusätzlich SIM-Swapping-Risiko. In unserer Strategie: ablösen, nicht ausrollen.

Unser Vorgehen: 4 Phasen bis zur Fläche

1

Konzept & Faktor-Strategie

Nutzergruppen, Zugänge und Risiken werden kartiert: Wer bekommt welchen Faktor, wie laufen Registrierung, Geräteverlust und Notfallzugang, und wie werden Ausnahmen regiert statt gesammelt? Das Konzept beantwortet auch die Frage, die alle vergessen: Was passiert nachts, wenn der Token weg ist?

2

Auswahl & Beschaffung

Auf Basis unserer Marktstudie kuratieren wir die Anbieter-Vorauswahl passend zu Ihrer Umgebung (Microsoft-Stack, Fachverfahren, OT), die passenden Kandidaten statt 100+ Anbieter. Für öffentliche Auftraggeber liefern wir die Ausschreibung mit unserem MFA-Muster-LV gleich mit.

3

Pilot & Rollout

Pilotgruppe, Feedback, dann Wellen-Rollout mit vorbereiteter Kommunikation und geschultem Support. Akzeptanz entsteht nicht per Dienstanweisung, sondern durch einen Rollout, bei dem der erste Eindruck sitzt und die Chefetage sichtbar mitmacht statt Ausnahmen zu sammeln.

4

Betrieb & Nachweis

Recovery-Prozesse, Monitoring und ein Abdeckungsgrad-Reporting, das Leitung, Auditoren und Versicherern zeigt: MFA ist nicht eingeführt worden, sie ist in Betrieb. Altverfahren wie SMS werden nach Plan abgeschaltet statt für immer geduldet.

Typische Stolpersteine, die MFA-Projekte bremsen

  • 1.Ausnahmen-Wildwuchs: Die Führungsebene lässt sich als Erste befreien, danach ist die Ausnahme der Normalfall und der Schutz ein Flickenteppich.
  • 2.Legacy-Systeme ohne moderne Authentifizierung werden ignoriert statt eingeplant, genau dort bleiben die Einfallstore offen.
  • 3.Kein Notfall- und Recovery-Konzept: Der erste verlorene Token legt den Außendienst lahm, und der Helpdesk setzt MFA per Anruf zurück, das neue Social-Engineering-Einfallstor.
  • 4.Rollout ohne Kommunikation: Die Belegschaft erfährt es am Montag aus der Anmeldemaske; Widerstand und Ticketflut sind programmiert.
  • 5.SMS als Feigenblatt: Formal „MFA erfüllt", faktisch phishbar, und im Versicherungs- oder Auditfall wird genau das zum Problem.
  • 6.Shared Accounts und Funktionspostfächer bleiben ungelöst, dabei entscheidet sich dort, ob das Berechtigungsmodell trägt (siehe IAM/PAM).

Für wen wir MFA einführen

Behörden & Kommunen

Fachverfahren, heterogene Arbeitsplätze und Personalvertretung: Wir kennen die Verwaltungsrealität, planen PKI- und FIDO2-Wege parallel und liefern die vergabekonforme Beschaffung inklusive Muster-LV gleich mit.

KRITIS & NIS2-Einrichtungen

MFA ist bei Ihnen Pflicht und Prüfgegenstand. Wir priorisieren nach Angriffsfläche (Remote-Zugänge, Admins, E-Mail zuerst), dokumentieren auditfest und binden OT-Umgebungen mit Augenmaß ein statt mit der Brechstange.

Mittelstand unter Versicherungsdruck

Wenn der Versicherer MFA zur Bedingung macht, zählt Tempo mit Substanz: In wenigen Wochen zur belastbaren Abdeckung der kritischen Zugänge, mit einem Nachweis, der im Risikodialog standhält.

Warum IT-LV für Ihre MFA-Einführung

Wir kennen den MFA-Markt aus eigener Forschung: Unsere Marktstudie und die fachliche Leitung von MFA-Ausschreibungen geben uns den Überblick, den Hersteller-Webinare nicht liefern. Daraus wird Ihre kuratierte Shortlist, produktneutral begründet und dokumentiert.

Und aus der Vorfalls-Praxis wissen wir, wo MFA im Ernstfall den Unterschied macht und wo Angreifer heute vorbeigehen. Deshalb bauen wir phishing-resistent, mit geregelten Ausnahmen und einem Rollout, den Ihre Organisation mitträgt. Wo sich der Erfolg messen lässt, etwa am Abdeckungsgrad, vergüten Sie uns gerne erfolgsbasiert.

So sieht ein typisches Projekt aus

Bis die kritischen Zugänge abgesichert sind, vergehen bei fokussiertem Vorgehen rund zwölf Wochen:

Woche 1-2
Konzept: Nutzergruppen und Zugänge kartiert, Faktor-Strategie inklusive Ausnahmen-Governance und Notfallzugang mit IT und Leitung beschlossen.
Woche 3-5
Auswahl: kuratierte Shortlist aus unserer Marktstudie, Teststellungen, Entscheidung in dokumentierter Matrix; bei öffentlichen Auftraggebern startet parallel die Ausschreibung mit dem MFA-Muster-LV.
Woche 6-8
Pilot: Pilotgruppe mit Multiplikatoren, Kommunikationspaket, Support-Schulung; Feinschliff an Registrierung und Recovery, bevor die Fläche kommt.
Woche 9-12
Rollout in Wellen: Remote-Zugänge, Administratoren und E-Mail zuerst, dann die Breite; SMS und Altverfahren bekommen ein Abschaltdatum, das Reporting läuft.

Top 10 statt 100+: unser Anbieter-Netzwerk

MFA-Projekte scheitern selten am Produkt und oft am falschen Produkt für die eigene Landschaft. Unsere Marktstudie und unsere Anbieter-Kenntnis verhindern genau das.

Marktkenntnis aus Erfahrung

Aus fachlich geleiteten Ausschreibungen, hunderten Anbietergesprächen und eigenen Marktstudien wissen wir, wer in welchem Feld wirklich liefert. Dieses Wissen halten wir aktuell, mit jedem Projekt und jedem Anbietergespräch.

Kuratierte Shortlist statt Marktschlacht

Aus unserer MFA-Marktstudie und geleiteten Ausschreibungen kennen wir Hersteller und Integratoren im Detail: Sie starten mit den Top-Kandidaten für Ihre Umgebung statt mit 100+ Datenblättern, von FIDO2-Hardware bis zur Passkey-Plattform.

Freie Anbieterwahl, sauber dokumentiert

Wir sind an keinen festen Partner gebunden und fragen bei Bedarf jeden Anbieter am Markt an: gemeinsam mit Ihnen, nicht als Vermittler dazwischen. Wir sitzen zusammen in den Anbietergesprächen, Sie entscheiden, und jede Empfehlung ist in einer nachvollziehbaren Wertungsmatrix begründet, die auch Gremien, Rechnungsprüfung und Vergabekammern überzeugt.

Häufige Fragen zur MFA-Einführung

Wie lange dauert eine MFA-Einführung?
Die kritischen Zugänge (Remote, Administratoren, E-Mail) sind je nach Umgebung in wenigen Wochen abgesichert; die volle Fläche inklusive Fachverfahren und Sonderfällen ist typischerweise ein Projekt über einige Monate. Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Angriffsfläche, dann die Ränder.
Was kostet das Projekt?
Konzept und Auswahl sind Kompaktformate mit Festpreis, die Rollout-Steuerung skaliert mit Ihrer Größe; dazu kommen Lizenzen und gegebenenfalls Hardware-Token. Nach dem kostenlosen Erstgespräch erhalten Sie eine klare Kalkulation, und wo sich der Erfolg messen lässt, bieten wir erfolgsbasierte Komponenten an.
Reicht die Microsoft-eigene MFA nicht aus?
Oft ist sie der richtige Startpunkt, mit Number Matching und Passkey-Unterstützung deckt der Microsoft-Stack viel ab. Die Frage ist, was er bei Ihnen nicht abdeckt: Fachverfahren, VPN-Altbestand, OT, Nicht-Windows-Welten. Genau dafür machen wir die Bestandsaufnahme, bevor zusätzlich eingekauft wird.
Sind Passkeys schon reif für den Unternehmenseinsatz?
Ja, mit Planung: Die großen Plattformen unterstützen Passkeys breit, und für die Belegschaft sind sie spürbar bequemer als Codes. Zu klären sind Gerätebindung versus Synchronisation, Registrierungsprozesse und Fallbacks, das ist Teil unserer Faktor-Strategie.
Wie nehmen wir die Beschäftigten mit?
Mit einem Rollout, der wie ein Produktlaunch geführt wird: klare Kommunikation vorab, Pilotgruppe mit Multiplikatoren, sichtbare Vorbilder in der Leitung, geschulter Support in den ersten Wellen. Und mit Passkeys als Standard, weil Komfortgewinn das beste Awareness-Programm ist.
Was machen wir mit Systemen, die kein MFA können?
Kapseln statt kapitulieren: Solche Systeme kommen hinter abgesicherte Zugangswege (VPN oder Proxy mit MFA, privilegierte Zugriffspfade) und auf die Ablöse-Liste. Wichtig ist, dass die Ausnahme dokumentiert, kompensiert und befristet ist, nicht vergessen.
Verlangt NIS2 wirklich MFA?
Ja: Multi-Faktor-Authentisierung und gesicherte Kommunikation sind ein eigener Maßnahmenbereich im Risikomanagement nach §30 BSIG. Wo Sie insgesamt stehen, klärt unser NIS2 Gap Assessment.
Übernehmen Sie auch die technische Implementierung?
Wir steuern Konzept, Auswahl und Rollout und arbeiten in der Umsetzung mit Ihrer IT beziehungsweise dem gewählten Anbieter oder Integrator zusammen: aus unserer kuratierten Vorauswahl, mit klaren Verantwortlichkeiten. So bleibt die Kontrolle bei Ihnen und die Haftung sauber getrennt.
Unser Versicherer verlangt MFA bis zum Stichtag. Schaffen wir das?
Meist ja: Für den Versicherungsnachweis zählen zuerst Remote-Zugänge, Admin-Konten und E-Mail, genau diese sichern wir im Schnellverfahren ab und dokumentieren den Rest als terminierten Plan. Wie Sie das im Risikodialog darstellen, bereiten wir gleich mit vor.

MFA, die Angriffe wirklich stoppt

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Ausgangslage und Zielbild: danach wissen Sie, welcher Weg zur flächendeckenden MFA für Sie passt.


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Wir helfen Ihnen gerne weiter.
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Quellen

  1. Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Bayern (LSI): "Leitfaden: Phishing-resistente MFA", lsi.bayern.de. Empfehlung hardwarebasierter Verfahren (PKI/FIDO2).
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): "NIS-2: Informationen für regulierte Unternehmen", bsi.bund.de. Pflichten und Maßnahmenbereiche.
  3. Europäische Union: "Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS-2-Richtlinie)", eur-lex.europa.eu, 2022. Risikomanagement-Pflichten inklusive Zugriffskontrolle und MFA.
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