


Das Laborinformationssystem steuert den gesamten Weg einer Probe: von der Anforderung über die Analytik bis zum freigegebenen Befund. Es hängt an Dutzenden Analysegeräten, am Krankenhausinformationssystem und an den Einsendern, und es trägt die Nachweise der Qualitätssicherung. Ein Ausfall legt die Diagnostik still.
Im Vergabe-Archiv zählen wir 30 Verfahren in den 24 Monaten bis September 2026, davon 19 eigenständige Vergaben. Ausgeschrieben haben unter anderem das Universitätsklinikum Freiburg (Laborinformationssystem Pathologie) und die Landesanstalt für Landwirtschaft für ein Labor-Informations-Management-System, also sowohl medizinische Labore als auch Untersuchungsämter und Landeslabore.
Wir haben deshalb beide Welten abgedeckt: den medizinischen Laborbetrieb mit seinen Meldepflichten und das Untersuchungslabor mit Akkreditierung. Der gemeinsame Kern ist derselbe, die Nachweispflichten unterscheiden sich.
Der erste Abschnitt beschreibt den Weg vom Auftrag bis zur Probe im Gerät: elektronische Anforderung aus dem Primärsystem, Etikettierung mit eindeutigem Barcode, Probeneingang mit Vollständigkeitsprüfung, Nachforderung aus vorhandenem Material, Notfallanforderung mit Vorrang und der dokumentierte Umgang mit ungeeigneten Proben.
Wir fordern eine lückenlose Nachverfolgbarkeit jeder Probe über alle Stationen, weil bei Rückfragen zu einem Befund genau diese Kette den Unterschied macht. Präanalytische Vorgaben, etwa zulässige Transportzeiten und Lagerbedingungen, werden im System hinterlegt und bei Verstoß angezeigt.
Die Kopplung der Analysegeräte ist der technisch aufwendigste Teil. Wir verlangen eine Liste aller anzubindenden Geräte mit Hersteller, Typ und Protokoll, die bidirektionale Kommunikation mit Arbeitslistenübergabe und Ergebnisrückmeldung sowie die Angabe, welche Kopplungen im Festpreis enthalten sind und welche gesondert berechnet werden.
Für die Ergebnisverarbeitung fordern wir konfigurierbare Regelwerke zur automatischen Validierung mit Plausibilitätsprüfung, Referenzbereichen nach Alter und Geschlecht sowie Delta-Check gegen Vorwerte. Ergebnisse werden mit einer international gebräuchlichen Kodierung versehen, damit der Austausch mit anderen Systemen ohne Nachbau von Mappings funktioniert.
Medizinische Labore unterliegen der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen[1]. Das Leistungsverzeichnis fordert die Abbildung der internen Qualitätskontrolle mit Kontrollkarten, die Verwaltung von Ringversuchen, das automatische Sperren betroffener Messwerte bei überschrittenen Fehlergrenzen und die revisionssichere Dokumentation aller Eingriffe.
Für Untersuchungs- und Landeslabore kommt die Akkreditierung hinzu, in Deutschland durch die nationale Akkreditierungsstelle[2]. Wir fordern deshalb Methodenverwaltung mit Versionierung, Prüfmittelüberwachung, Chargen- und Reagenzienverwaltung sowie auditfähige Auswertungen, die im Akkreditierungsverfahren direkt vorgelegt werden können.
Die Befundfreigabe wird rollenbasiert geregelt, mit Vier-Augen-Prinzip für kritische Befunde, Kennzeichnung von Vorbefunden und einem definierten Prozess für die telefonische Übermittlung lebensbedrohlicher Werte. Der Befundversand erfolgt in das Krankenhausinformationssystem, an Einsender und über den sicheren Kommunikationsdienst des Gesundheitswesens, passend zu unserem Muster-LV zur Telematikinfrastruktur.
Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern sind dem Gesundheitsamt zu melden[3], und diese Meldungen sind elektronisch über das dafür vorgesehene Meldesystem zu übermitteln[4]. Das Leistungsverzeichnis fordert die automatische Erkennung meldepflichtiger Befunde, die vorbefüllte Meldung und die Protokollierung des Versands, weil manuelle Meldewege im Laboralltag regelmäßig zu Fristverletzungen führen.
Das System läuft rund um die Uhr, deshalb schreiben wir Verfügbarkeit, Wartungsfenster außerhalb der Hauptzeiten, ein Notbetriebskonzept mit Papier- oder Standalone-Fallback und die Wiederanlaufzeit nach Ausfall aus. Der Anbieter benennt eine Rufbereitschaft mit Reaktionszeit, die zum Betrieb eines Labors passt und nicht zu einem Bürosystem.
Die Migration umfasst Stammdaten, Methodenkatalog, Einsenderverzeichnis und die historischen Befunde mit korrekter Zuordnung zu Patienten und Proben. Das Preisblatt trennt Lizenzen je Arbeitsplatz, Gerätekopplungen je Gerät, Einführung als Festpreis, Schulung und die jährliche Pflege, ergänzt um unser Muster-LV Softwarepflege und Support für den Folgevertrag.
Quellen
| Format | Microsoft Excel (.xlsx) + PDF |
| Umfang | mehr als 75 Leistungspositionen |
| Sprache | Deutsch |
| Vergaberecht | GWB, VgV, UVgO konform |
| Rechtsrahmen | Rili-BÄK, IfSG, ISO 15189 / 17025, DSGVO |
| Stand | 2026 (regelmäßige Revision) |
| Lieferung | Lieferung in 5 Werktagen |
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